Kiezläufer

Konfliktvermittlerinnen und Konfliktvermittler in Schulen sind bekannt. Doch, wie die Kiezläufer in einem Stadtteil auf der Straße unterwegs zu sein, das ist neu. Die Veddel ist ein Quartier vom großem Stadtteil Wilhelmsburg. Dort hat sich dieses Pilotprojekt entwickelt. Junge Erwachsene sind von uns geschult worden und leisten nun Konfliktvermittlung direkt vor Ort. Sie werden über eine gemeinsame Handynummer gerufen oder treffen bei ihren abendlichen Rundgängen direkt auf streitenden Personen bzw. potentielle Konfliktparteien.

Zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Saga/ GWG haben wir diese Idee stetig weiterentwickelt und den ersten Ausbildungskurs angeleitet. Ein Leitfaden mit Qualitätskriterien gibt Auskunft über das Arbeitsfeld, den Erfolg und die Einrichtung der Maßnahme. In weiteren Bereichen von Hamburg werden derzeit entsprechende Gruppen aufgebaut.

Kiezläufer sind Frauen und Männer aus dem jeweiligen Stadtgebiet. Sie sind im Viertel bekannt, kennen folglich viele Leute und können von daher frühzeitig auf Personen zugehen und präventiv wirken. Im Quartier Veddel war von Anbeginn klar, dass nicht nur Gewalt ein Problem darstellt, sondern die Jugendlichen auch sonst viele Fragen haben. Kiezläufer können vermitteln, sie wissen an wen sich Jugendliche bei der Jobsuche oder beispielsweise Drogenproblematiken wenden können. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den entsprechenden Einrichtungen wissen diese Arbeit zu schätzen. Sie sind das Netz indem die Kiezläufer unterwegs sind und ohne die es nicht geht.

Die Stadtteile im Einzelnen:

Veddel

Auf der Veddel startete 2011 das Kiezläuferprojekt.

 

Bergedorf-West

Seit September 2014 gibt es das Kiezläuferprojekt auch in Bergedorf-West. Ein Team aus sieben motivierten Bergedorf-Westlern kümmern sich um die Wünsche und Probleme der Jugendlichen vor Ort. Nicht nur auf den Rundgängen sind die KiezläuferInnen anzutreffen. Am Ladenbeker Furtweg verfügen sie über eine Loge, die als Büro und Rückzugsort für einzelne Beratungsgespräche genutzt wird. Für die telefonische Beratung hat sich das Team etwas Besonderes ausgedacht: Es gibt eine extra Mädchentelefon, bei der sich alle Mädchen melden können, die sich eine weibliche Bezugsperson wünschen.

 

Horner Geest

Zehn motivierte KiezläuferInnen haben sich zur Aufgabe gemacht, Ansprechpersonen für die Jugendlichen im Bereich der Dannerallee und der Kroogblöcke zu sein. Die Kiezläufergruppe hat sich hier aufgeteilt, sodass beide Bereiche bei den regelmäßigen Rundgängen abgedeckt werden können. Sie arbeiten eng mit dem JUZ und der Straso zusammen und sind nicht nur bei ihren Rundgängen im Stadtteil sichtbar: Durch selbstorganisierte Fußballangebote kommen sie in den direkten Kontakt mit den Jugendlichen und tragen somit auch zu mehr Freizeitangeboten im Stadtteil bei.

 

Neugraben

„Ein besseres Miteinander zwischen Jung und Alt, mehr sportliche Möglichkeiten für Kinder und eine saubere und friedliche Zukunft“ sind die Wünsche der KiezläuferInnen in Neugraben. Acht junge Erwachsene bewegen sich auf ihren Rundgängen durch das Gebiet, um als Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche vor Ort zu sein. Seit Juni 2014 gibt es das Projekt in Neugraben. Die Kiezläufer trifft man zu flexiblen Zeiten zwei bis drei Mal die Woche. Freitagabends sind sie auf jeden Fall dabei: Ob zu Fuß durch den Stadtteil oder in den Wintermonaten beim midnight-Fußball- auf die KiezläuferInnen ist Verlass!

Gemeinsam wird hier sehr konkrete Arbeit für Kinder und Jugendliche und zur direkten Befriedung von Stadtteilen geleistet.

 

Anbei ein Radiobeitrag von den Kiezläufern